Maltodextrin – mehr als nur Traubenzucker

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MaltodextrinMaltodextrin ist ein Stoff, der von den meisten Menschen beinahe täglich verzehrt wird. Dies liegt daran, dass er für die Zubereitung vieler verschiedener Lebensmittel verwendet wird – beispielsweise für Fertigsuppen, Fleisch- und Wurstwaren sowie für Süßwaren. Darüber hinaus wird diese Zutat auch sehr häufig für Light Produkte verwendet. Das Maltodextrin wird dabei aus lebensmittelrechtlicher Sicht als gewöhnliche Zutat betrachtet und nicht als spezieller Zusatzstoff. Aufgrund der Eigenschaften dieses Stoffs wird er auch sehr häufig im Fitness-Bereich eingesetzt, insbesondere für Ausdauersportarten. Dieser Artikel stellt vor, welche Eigenschaften Maltodextrin hat und worauf du bei der Verwendung achten sollten.

Der Einsatz von Maltodextrin in der Lebensmittelindustrie

Maltodextrin, das in Sportlerkreisen oftmals auch einfach als Malto bezeichnet wird, ist ein Kohlenhydrat. Es wird aus Stärke gewonnen, die in einem speziellen chemischen Prozess modifiziert wird, um das Maltodextrin zu gewinnen.

Die Stärke wird dabei gespalten und in Monomere, Dimere, Oligomere und Polymere gespalten. Monomere sind Einfachzucker wie Trauben- oder Fruchtzucker, bei Dimeren handelt es sich um Zweifachzucker wie den gewöhnlichen Haushaltszucker, Milch- oder Malzzucker.

Bei den beiden anderen Substanzen handelt es sich um längerkettige Verbindungen, die jedoch ebenfalls aus den entsprechenden Zucker-Bausteinen entstehen. Maltodextrin ist daher keine einheitliche Verbindung, sondern ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenhydraten. Im Gegensatz zur Stärke ist Maltodextrin jedoch wasserlöslich.

Neben der Wasserlöslichkeit ist in der Lebensmittelindustrie auch von Bedeutung, dass Maltodextrin geschmacksneutral ist und sehr ähnliche Eigenschaften wie Fett hat. Dies betrifft zum einen die Konsistenz dieses Stoffes, zum anderen jedoch auch die Eigenschaft, Aromastoffe aufzunehmen.

Da Maltodextrin jedoch erheblich weniger Kalorien als Fett hat, wird es sehr häufig als Ersatzstoff dafür bei der Herstellung von Light-Produkten verwendet. Auf diese Weise können Lebensmittel hergestellt werden, die geschmacklich und bezüglich der Konsistenz fetthaltigen Produkten sehr ähnlich sind, deren Kaloriengehalt jedoch deutlich reduziert ist.

Außerdem ist Maltodextrin im Vergleich zu vielen anderen Lebensmitteln verhältnismäßig günstig. Daher wird es häufig auch als Streckmittel verwendet, das die Portionen der Gerichte vergrößert, die Kosten für die Zutaten jedoch kaum beeinflusst.

Maltodextrin im Fitnessbereich

Sehr häufig wird Malto auch im Fitnessbereich eingesetzt. Dies liegt daran, dass dieser Stoff sich sehr gut für die Energieversorgung des Menschen eignet. Sportler verbrauchen bei ihrer Tätigkeit sehr viel Energie, die durch die Nahrung ersetzt werden muss.

Sollte es sich um Sportarten handeln, bei denen die Belastung zeitlich nur begrenzt erfolgt, ist sicherlich keine spezielle Energieaufnahme erforderlich, da die gewöhnliche Nahrungsaufnahme ausreicht.

Im Bereich der Ausdauersportarten – beispielsweise bei Langstreckenläufern und im Radsport – werden die Energiespeicher des Körpers jedoch nach einiger Zeit entleert, sodass diese durch Nahrungsaufnahme während des Sports wieder gefüllt werden müssen.

Daher ist es in diesen Bereichen sehr wichtig, auf eine regelmäßige Nahrungsaufnahme zu achten, um immer für die notwendige Energie zu sorgen. Die Nahrungsmittel sollten dabei ideal an die Anforderungen des Körpers abgepasst sein, um eine maximale Leistung zu fördern. Die Produkte sollten sehr klein, leicht und sehr energiereich sein.

Im Bereich der Energieversorgung kommen mehrere verschiedene Stoffe infrage. Beispielsweise ist es möglich, den Körper mit Eiweiß oder Fett zu versorgen. Am besten eignen sich jedoch Kohlenhydrate. Diese Stoffe sind sehr leicht verdaulich und können den Körper daher schnell mit Energie versorgen, ohne ihn zu belasten.

Fett hat zwar eigentlich sogar einen deutlich höheren Energiegehalt, der Abbau ist jedoch deutlich komplizierter und nimmt daher mehr Zeit in Anspruch. Kohlenhydrate werden schnell verdaut und belasten den Körper nicht.

Doch auch im Bereich der Kohlenhydrate gibt es viele Unterschiede. Es können beispielsweise Mono- oder Disaccharide verwendet werden.

Beispiele hierfür wären Trauben- oder Haushaltszucker. Eine andere Möglichkeit besteht darin, langkettige Kohlenhydrate zu verwenden, wie sie insbesondere in Produkten aus Mehl oder Kartoffeln vorkommen.

Beide Alternativen bieten verschiedene Vor- und Nachteile.

Mono- und Disaccharide sind besonders leicht verdaulich und können den Körper daher sofort mit Energie versorgen. Der Nachteil besteht hier jedoch darin, dass hier der Blutzuckerspiegel nur kurzfristig erhöht werden kann. Nach kurzer Zeit steht daher keine Energie mehr zur Verfügung.

Bei langkettigen Kohlenhydraten ist hingegen eine dauerhafte Energieversorgung möglich. Zwar dauert es hier einige Zeit, bis diese Stoffe verdaut sind, doch kann daraufhin der Körper über einen längeren Zeitraum hinweg mit Energie versorgt werden.

Mono- und Disaccharide bieten den Vorteil, dass sie wasserlöslich sind. Dies ist gerade bei der Nahrungsaufnahme während der sportlichen Betätigung ein großer Vorteil. Die Sportler haben hier nur selten Lust darauf, feste Nahrung zu sich zu nehmen.

Ein erfrischendes und energiereiches Getränk kann hier deutlich besser zu sich genommen werden. Allerdings haben diese kurzkettigen Kohlenhydrate den Nachteil, dass sie in hoher Konzentration sehr süß sind.

Gerade während des Sports wirkt dies nicht erfrischend. Langkettige Kohlenhydrate hingegen haben keinen süßen Geschmack.

Maltodextrin ist eine Mischung aus kurz- und langkettigen Kohlenhydraten und kann im Wesentlichen die Vorteile der beiden Alternativen auf sich vereinigen. Die kurzkettigen Elemente können den Körper sehr schnell mit Energie versorgen, die langkettigen Bestandteile hingegen sorgen für eine dauerhafte Energieversorgung.

Maltodextrin ist wasserlöslich, sodass es sehr gut als Getränk verabreicht werden kann. Auf der anderen Seite schmeckt es jedoch nicht süß, sodass es während des Sports als deutlich angenehmer empfunden wird. Ein weiterer Vorteil des Maltodextrins liegt darin, dass dieser Stoff deutlich weniger Wasser bindet als Mono- und Disaccharide.

Getränke mit hohem Zuckergehalt wirken sehr klebrig, was beim Sport sehr unangenehm wirkt, daher kann Malto auch auf diesem Gebiet überzeugen.

Die verminderte Wasseraufnahme sorgt auch dafür, dass nicht so viel Wasser in den Dünndarm getrieben wird, wie dies bei anderen zuckerhaltigen Getränken der Fall sein kann. Die geringere Wassermenge führt dazu, dass Maltodextrin wesentlich leichter bekömmlich ist und keine Verdauungsprobleme während des Sports verursacht.

Unter Bodybuildern wird das Maltodextrin jedoch auch noch für einen anderen Zweck verwendet. Hier trinken die Sportler oftmals nach dem Training einen maltodextrinhaltigen Drink, um ihr Gewicht zu erhöhen.

Zum einen ist dieses Stoff sehr energiereich, zum anderen bewirkt er auch, dass der Körper Insulin ausschüttet. Die Insulinausschüttung kann hier sogar höher sein als bei der Aufnahme reiner Glucose.

Über diesen Stoff können Stoffe wie Kreatin oder Aminosäuren, die für den Muskelaufbau notwendig sind, besser zu den entsprechenden Zellen transportiert werden. Daher ist Maltodextrin auch beim Muskelaufbau sehr hilfreich.

 

Maltodextrin 6 oder Maltodextrin 19 – Worin liegt der Unterschied?

Wie bereits in den vorhergehenden Abschnitten beschrieben handelt es sich bei Maltodextrin nicht um eine einheitliche chemische Substanz sondern um ein Gemisch aus unterschiedlichen Stoffen. Das Mischungsverhältnis ist dabei jedoch nicht fest vorgegeben, sondern kann einige Differenzen aufweisen.

Bei der Verwendung von Maltodextrin ist dabei insbesondere von Bedeutung, wie das Mischungsverhältnis zwischen kurzkettigen und langkettigen Kohlenhydraten von Bedeutung. Je nachdem, wie dieses Mischungsverhältnis aussieht, kann das Maltodextrin unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.

Aus diesem Grund wird bei den Produkten im Fitnessbereich, die überwiegend aus Maltodextrin bestehen, immer eine Zahl angegeben, die dieses Mischungsverhältnis beschreibt. Diese Zahl beschreibt das Dextrose-Equivalent, welches wiederum den prozentualen Anteil der Glucose in dem Produkt angibt.

Sehr weit verbreitet sind dabei Maltodextrin 6 und Maltodextrin 19, aber auch Maltodextrin 12 wird hin und wieder angeboten. Maltodextrin 6 enthält im Vergleich zu Maltodextrin 19 deutlich mehr langkettige Kohlenhydrate. Diese benötigen einige Zeit, bis sie verdaut werden, sodass die Energie nicht sofort zur Verfügung steht.

Allerdings kann so der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum hinweg erhöht werden. Diese Produkte sind in erster Linie für Ausdauersportler geeignet. So kann der Körper bei einer langanhaltenden Belastung mit Energie versorgt werden. Bei Maltodextrin 19 sind hingegen deutlich mehr kurzkettige Kohlenhydrate enthalten.

Diese werden schnell abgebaut und versorgen den Körper sofort mit Energie. Der Blutzuckerspiegel sinkt jedoch kurz darauf wieder. Daher sind diese Produkte besser für Sportarten geeignet, bei denen die körperliche Belastung zwar sehr hoch ist, aber nur über einen kurzen Zeitraum hinweg anhält.

Auch für Bodybuilder ist in der Regel Maltodextrin 19 sinnvoll, da dieses eine deutlich höhere Insulinausschüttung hervorruft als Maltodextrin 6.

Maltodextrin und seine Nebenwirkungen

Wie bereits zu Beginn dieses Artikels erwähnt, ist Maltodextrin nach den Vorschriften für die Lebensmittelproduktion kein spezieller Zusatzstoff, sondern eine gewöhnliche Zutat. Bereits aus dieser Tatsache kann man schließen, dass hier keine besonderen Gefahren bestehen.

Bei gesunden Menschen können daher bei der Verwendung von Maltodextrin keine Nebenwirkungen beobachtet werden. Bei Untersuchungen in diesem Bereich wurden lediglich vereinzelt leichte Verdauungsbeschwerden beobachtet, eine bleibende Schädigung trat jedoch nicht auf.

Problematisch ist dieser Stoff jedoch, wenn verschiedene andere Krankheiten bestehen. Insbesondere Diabetiker müssen bei der Verwendung dieses Stoffs sehr vorsichtig sein. Bei der Verdauung von Maltodextrin entsteht Glucose, die bei Menschen mit Diabetes eine große Gefahr darstellt.

Auch Personen, die an Zöliakie leiden, sollten bei der Verwendung von Maltodextrin sehr vorsichtig sein. Sie sollten darauf achten, ein Produkt zu verwenden, das aus Maisstärke hergestellt ist, da dieses glutenfrei ist. Nicht geeignet sind in diesem Fall hingegen Angebote aus Weizenstärke, da diese Gluten enthalten.

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