Pilates

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Mehre Menschen bei einer Pilates ÜbungPilates ist eine wunderbare Methode, um den Körper und das Gehirn zur gleichen Zeit in Form zu bringen. Es verbindet Atem- und Koordinationstechniken mit Kräftigungs- und Dehnübungen. Dies fördert den Organismus und die Psyche gleichermaßen.

 

Was Pilates ausmacht

Pilatis ist durch fließende Bewegungen gekennzeichnet, die exakt ausgeführt werden. Durch die Pilates Übungen werden die tiefer liegenden Muskeln in der Bauchzone sowie im Rücken besonders gestärkt, wodurch eine gesunde Körperhaltung erreicht werden kann und damit Rückenschmerzen reduziert werden können. Die Kräftigung hat jedoch ihre optischen Grenzen, sodass zwar eine Stabilisierung und Straffung der Haut erreicht wird, aber keine dicke Muskelmasse aufgebaut wird. Als optisches Vorbild nimmt sich Pilates vielmehr die Statur eines Tänzers: Du kannst exzellente Proportionen, schlanke Muskeln und anmutige Bewegungen erreichen.

Gelegentlich kann Pilates auch als wirksame Entspannungsmethode eingesetzt werden. Während sich sanft auf der Matte gestreckt und gedehnt wird, wird die gesamte Aufmerksamkeit der Atmung und dem Körper zugewandt. Dadurch kann mit Pilates neue Energie getankt werden und entspannt werden.

Wer Pilates erfunden hat

Das Ganzkörpertraining Pilates geht auf seinen Begründer Joseph H. Pilates zurück, der von 1880 bis 1967 gelebt hat. Pilates selbst war ein passionierter Sportler, der diverse unterschiedliche Sportarten ausübte. Er begeisterte sich für das Tauchen, Schwimmen, Turnen, Skifahren und Boxen. Da Pilates stets nach der physischen Perfektion strebte, setzte er sich zunehmend mit fernöstlichen Körpermethoden wie Tai Chi und Yoga auseinander. Er war fasziniert von der zentralen Rolle der Konzentration sowie der Atmung, weshalb er diese in sein ganz eigenes Training integrierte. Daraus entwickelten sich schließlich die klassischen Pilates Übungen.

Zur Zeit des Ersten Weltkrieges wurde der gebürtige Deutsche von den Briten gefangen genommen. Diese Zeit nutzte er, um die Anfänge seiner Trainingsphilosophie zu kreieren. Ferner regte er Mitgefangene dazu an, diese auszuprobieren. Nach der Kriegsgefangenschaft nahm er einen Job als Krankenpfleger an. Dort konnte er erneut sein spezielles Körpertraining ausprobieren.

1923 wagte Pilates den Schritt in die USA, indem er nach New York auswanderte. Dort eröffnete er sogleich sein erstes Trainingsstudio und entwickelte fortan seine Methode weiter. Aufgrund der anmutigen Bewegungen seiner Übungen waren insbesondere die Schauspieler sowie Tänzer davon begeistert. Bis heute wird daher Pilates an Tanzschulen gelehrt. In den letzten Jahren schwappte das Training schließlich auf die Fitnessstudios über und wurde zum beliebten Wellnesstrend. Auch mithilfe von einer Pilates DVD oder einem Pilates Video aus dem Internet können die unterschiedlichsten Übungen nachgemacht werden.

 

Die Prinzipien von Pilates

Das Ganzkörpertraining Pilates setzt sich heute aus circa 500 verschiedenen Übungen zusammen. Je nach dem persönlichen Trainingsziel und den körperlichen Voraussetzungen kann für jede Trainingseinheit die richtige Übung ausgewählt werden. Im Unterschied zur herkömmlichen Gymnastik oder zum gewöhnlichen Krafttraining werden die Übungen auf der Basis von den fünf Prinzipien Zentrierung, Bewegungsfluss, Atmung, Konzentration und Kontrolle & Präzision durchgeführt.

Die Zentrierung ist ein wichtiger Teil im Pilates. Das Körperzentrum dient als Ausgangspunkt für jede Bewegung. Es befindet sich in der Zone um den Bauchnabel und wird auch Powerhouse genannt. Mithilfe der Zentrierung sollen insbesondere tiefer liegende Muskeln des Kraftzentrums gestärkt werden und sich der Körper von der Mitte aus aufrichten.

Mit dem Bewegungsfluss als Prinzip der Pilates Übungen ist gemeint, dass der Übende sich stets langsam und geschmeidig bewegt. Dadurch wird die Koordination verbessert und der Körper erreicht mehr Anmut. Ebenso bedeutsam ist das Prinzip der Atmung. So sorgt eine rhythmische, tiefe Atmung während des Trainings für eine optimale Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Verspannungen können gelöst werden und das Zwerchfell wird trainiert.

Die Konzentration während der Pilates Übungen ist wichtig, damit die Bewegungen sauber ausgeführt werden und die Atmung sich diesen anpasst. Dadurch optimieren sich zudem die Wahrnehmung für den eigenen Organismus und deren Bewegungsabläufe. Jede Bewegung wird präzise gesteuert und kontrolliert, da dies die Voraussetzung für eine ideale Körperbeherrschung ist.

 

Wo die Kraft steckt – das berühmte Pilates Powerhouse

Das Powerhouse bzw. Kraftzentrum im Pilates setzt sich aus vier Muskelgruppen zusammen. Dazu gehören der Beckenboden, der vielspaltige Wirbelsäulenmuskel, der Korsettmuskel und das Zwerchfell. Diese Tiefenmuskeln sind sogar bei sportlich sehr aktiven Personen häufig nur geringfügig ausgebildet. Jede Übung im Pilates startet mit der Aktivierung des eigenen Powerhouses, da dieses den Körper nachhaltig stützt und schützt. Das Prinzip des Powerhouses hat der Gründer Pilates übrigens aus der asiatischen Kampfkunst, wo es „Kraft aus der Mitte“ genannt wird.

 

Die vielseitigen Vorteile von Pilates

Pilates hat viele verschiedene Vorteile. Besonders positiv ist der Aufbau der Übungen zu bewerten, da sie insbesondere die tief liegenden Muskeln des Bauches, des Beckenbodens und des Rückens ansprechen und somit kräftigen. Dadurch verbessert sich das Körperzentrum und damit die gesunde Körperhaltung. Auch Rückenbeschwerden sowie Muskelverspannungen wird so vorgebeugt.

Bewegungsexperten wenden Pilates gelegentlich für Leistungssportler an, da dadurch Geist und Körper geschult werden. Dies steigert langfristig die Leitungsfähigkeit. Des Weiteren kräftigen die Übungen im Pilates auch andere Körperregionen wie die Arme, Beine, den Hals, den Po und die Schultern.

Ein weiterer Vorzug dieses Ganzkörpertrainings ist die entspannende Wirkung von Pilates. Aufgrund der Konzentration auf die Bewegung, die Atmung und den Körper werden Alltagssorgen ausgeblendet. Neue Energie kann getankt werden und die tiefen Atemzüge versorgen den Organismus verstärkt mit Sauerstoff.

Ab auf die Matte oder an die Geräte

Ein Großteil der circa 500 Pilates Übungen werden auf der Matte gemacht, wobei die Bodenübungen das Herzstück des Ganzkörpertrainings sind. Es gibt zudem Trainingseinheiten, für die bestimmte Hilfsmittel eingesetzt werden, zu denen Bälle, ein Ring oder ein Gummiband gehören.

Einige spezielle Pilates-Studios verfügen ferner über spezifische Geräte für das Training. Diese besonderen Trainingsmaschinen besitzen Seilzüge oder Stahlfedern, wodurch der Widerstand und damit der Schwierigkeitsgrad im Training erhöht werden kann. Außerdem wird dadurch eine präzise Ausführung der Übungen ermöglicht. Bereits der Begründer Joseph H. Pilates erfand die ersten Prototypen dieser Geräte, um damit gehbehinderten Personen ein Training zu ermöglichen.

 

Weniger Gewicht mit Pilates

Es lässt sich effektiv mit Pilates abnehmen, wenn gleichzeitig die Ernährung auf eine kalorienreduzierte Kost umgestellt worden ist. Dabei sollten auf dem Speiseplan verstärkt Obst und Gemüse sowie mageres Fleisch stehen. Bei den Kohlenhydraten sollte zu Kartoffeln oder Wildreis gegriffen werden, da diese sehr komplex sind und den Organismus über eine längere Zeit mit Energie versorgen.

Um Körpermasse zu reduzieren, sollte ferner ein Ausdauersport wie Radfahren, Rudern oder Joggen betrieben werden. Pilates dient als Ergänzung, indem es den Körper strafft, ein gutes Körpergefühl schenkt und die Haltung schult. Der Bauch wird fester und der Rücken stabiler, was einem Abnehmen zuträglich ist.

 

Pilates als Gymnastikoption für die Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft möchten einige Frauen auf eine körperliche Betätigung nicht verzichten, doch nicht jede Sportart ist für eine Schwangere geeignet. Bestimmte Übungen im Pilates können allerdings hervorragend während der Schwangerschaft durchgeführt werden. So kann die Beckenmuskulatur problemlos trainiert werden. Da beim Pilates die Rückenmuskulatur gestärkt wird, können etwaige Schmerzen in dieser Region gezielt minimiert werden. Auch ein Training der Bauchmuskeln kann hilfreich sein, da diese während der Schwangerschaft besonders gedehnt und beansprucht werden. Im Unterschied zum herkömmlichen Pilates wird allerdings darauf geachtet, dass die unterschiedlichen Bauchmuskelpartien, zu denen beispielsweise die inneren und diagonalen, äußeren Bauchmuskeln gehören, nicht gleichzeitig aktiviert werden.

 

Wo Pilates gelehrt wird

Pilates ist ein beliebtes Ganzkörpertraining, welches es inzwischen in vielen Fitnessstudios gibt. Des Weiteren existieren ausgewiesene Pilates-Institute, in denen die Methode unter Anleitung von Fachpersonal gelernt werden kann. Einige der Anbieter offerieren zudem eine Kombination aus physiotherapeutischer Behandlung und Körpertechnik. Du kannst Pilates aber auch in den eigenen vier Wänden trainieren. Dafür wird lediglich eine Matte gebraucht. Als Anleitung kann ein Buch, eine Pilates DVD oder ein Pilates Video dienen.

Wer sich eigenständig diesem Ganzkörpertraining widmen möchte, sollte einige Dinge beachten. Prinzipiell können Personen jeglicher Altersgruppe und Trainingszustand Pilates ausüben. In einigen Fällen sollte allerdings das Training auf die individuellen Gegebenheiten ausgerichtet werden. Bei Schmerzen oder Verletzungen an der Wirbelsäule sollte ein Arzt oder Physiotherapeut vorab gefragt werden, ob die Pilates Übungen durchgeführt werden dürfen.

 

Leicht in den modernen Alltag zu integrieren

Pilates kann hervorragend in den modernen Alltag integriert werden, da diese Trainingsmethode sehr sanft ist und trotzdem äußerst effektiv ist. Sie zielt ausgezeichnet auf die Bedürfnisse eines modernen Lebens ab und kann von einem großen Personenkreis ausgeführt werden. Für jede Übung wird zuerst das Powerhaus aktiviert. Dies bedeutet, dass der Nabel zur Wirbelsäule gezogen wird, der Beckenboden angespannt wird und da Becken in die neutrale Position gebracht wird. Bei jeder Muskelanspannung wird ausgeatmet.

Die Effizienz des Trainings wird schnell sichtbar. Bereits sein Begründer Joseph H. Pilates bewarb seine Methode mit folgenden Worten:“ Nach 10 Stunden spüren Sie den Unterschied, nach 20 Stunden sehen Sie den Unterschied, nach 30 Stunden haben Sie einen neuen Körper.“

Daheim kann in einem ruhigen Moment die Gymnastikmatte hervorgeholt werde und für 20 bis 30 Minuten mehrere Male die Woche trainiert werden. Wer dies tut, sieht schnell augenscheinliche Veränderungen, zu denen eine bessere Körperhaltung, eine schmalere Taille und eine vitalere Ausstrahlung gehören. Des Weiteren bekämpft Pilates die negativen Auswirkungen unseres modernen Lebensstil, wodurch die Lebensqualität nachhaltig erhöht wird. Fehlhaltungen der Wirbelsäule werden verhindert, chronische Rückenschmerzen sowie Verspannungen werden reduziert und der Stoffwechsel erreicht seine Balance. Der Körper wird insgesamt beweglicher und Bewegungen werden fortan mit mehr Sicherheit sowie Anmut ausgeführt. Da bei Pilates auch der Beckenboden trainiert wird, können klassische Beschwerden wie eine Inkontinenz reduziert werden. Wer vom Stress geplagt ist, freut sich über die entspannende Wirkung von Pilates.

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